Fragen & Antworten

 

Wie ist es um die Kriminalität auf Sal bestellt? (Juni 2017)

Liebe Gäste, viele von Euch fragen immer wieder danach, wie es um die Kriminalität auf Sal bestellt ist.

Das Auswärtige Amt in Deutschland gibt für Cabo Verde 2017 u.a. folgenden Reise- und Sicherheitshinweis: „Reisende sollten auf ihre Taschen und Geldbörsen achten und auf das Tragen von auffälligem Schmuck verzichten, um der Gefahr eines Diebstahls möglichst zuvorzukommen. Aus Mindelo/ S. Vicente, Praia/Santiago und auch von den Inseln Sal und Boavista wird über Fälle von Straßenraub und Überfälle durch Einzeltäter und Banden berichtet. (…) Von Überlandfahrten bei Dunkelheit sollte aus Sicherheitsgründen abgesehen werden“.

In den letzten Wochen und Monaten haben Überfälle auf Touristen auch bei uns hier auf Sal zugenommen. Wie sollte man, wie ihr und auch wir Tourenveranstalter damit umgehen?

Den Rat, sich nur noch innerhalb der Hotelanlagen aufzuhalten oder ausschließlich organisierte Ausflüge zu unternehmen, mag und will ich euch nicht geben, denn mein Anliegen war es stets, eine wahre Begegnung mit unserer Insel und den Menschen, die hier leben zu ermöglichen und zu fördern. Und das schließt natürlich auch Spaziergänge in die Natur ein.

Ich erfahre immer wieder und leider immer häufiger von Vorfällen, zum Teil auch von Betroffenen selbst.

Vor gar nicht allzu langer Zeit konnte man hier auf Sal noch unbekümmert durch die Landschaft streifen, die Stille und Einsamkeit genießen. Inzwischen bin auch ich vorsichtiger geworden, denn ich möchte auf meine regelmäßigen Alleingänge und -fahrten in die Natur nicht verzichten. Hier hole ich mir Kraft und Energie. Ich nehme an einsame Stellen meinen Hund mit und trage nicht mehr wie früher, meinen ganzen Hausrat in einer Tasche mit mir herum.

Zunächst sollte es - auch wenn Sal vom Tourismus abhängig ist - um eine offene Berichterstattung und Information gehen, damit sich Touristen selbst ein Bild machen und frei entscheiden können, welche Risiken sie eingehen wollen und welche nicht. Dann sollte es neben den Sicherheitshinweisen auch Angebote geben, die das Sicherheitsbedürfnis der Urlauber ernst nehmen. Von Panikmache jedoch sollte man absehen, auch wenn jeder einzelne Fall für die Betroffenen schrecklich und traumatisch ist, denn letztlich findet man überall auf der Welt, insbesondere dort, wo arm und reich zusammen treffen, eine entsprechende Kriminalitätsrate.

Aus aktuellem Anlass und mit dem Einverständnis der betroffenen Frau, veröffentliche ich hier ihre Schilderung des Überfalls. Mir geht es dabei nicht um Sensationsjournalismus, sondern allein darum, Euch, liebe Gäste, zu sensibilisieren und zu informieren. Denn so vermeintlich „sicher“ wie Sal einmal war, ist es eben leider nicht mehr.

Überfall Juni 2017

„… der eine kam auf mich zugerannt mit aggressivem Blick und großem Messer in der Hand. Er hat mich festgehalten, Messer an mein Hals, hab laut geschrien, weil ja Menschen / Touristen auf der Düne waren. Dann hat er mir verboten zu schreien und mir den Mund zugehalten. Habe weitergeschrien. Während die anderen an meiner Strandtasche und Kameratasche zerrten (…). Als ich dann aber merkte, dass das Messer immer mehr einschneidet in meinen Hals, niemand von der Düne zur Hilfe kommen wollte, hatte ich Angst, dass der Typ mich umbringt und auch keine Energie mehr gegen das Ziehen der Diebe gegen zu halten. (…) Ich habe mehrere Einschnitte am Hals, mussten aber nicht genäht werden. Nur gereinigt. Ich kann es auch immer noch nicht fassen und verlasse nun leider auch die Anlage nicht mehr. (…) Zum Glück wurden ja die Täter gefasst und ich hab meine Sachen alle wieder bekommen gestern von der Polizei. Allerdings hab ich immer wieder Phasen, wo sich das erlebte wieder im Kopf abspielt und ich echt Angst bekomme und traurig bin. Ich hoffe, so etwas nie wieder erleben zu müssen und wünsche das auch keinem anderen“ (Geschädigte A. am 24.06.2017 per PN an mich).

Weiterhin habe ich Kenntnis von folgenden Vorfällen, die sich 2017 ereigneten:

- Zwei Gäste, die einem in ihrem Reiseführer beschriebenen Spaziergang um Santa Maria herum gefolgt sind, wurden in Sichtweite zu Santa Maria von zwei Gestalten zu Boden gerissen und es wurde ihnen alles abgenommen.. 

- Eine französische Kiterin wurde auf dem Weg zum Kite Beach mit einer Pistole bedroht und überfallen.

- Ein deutscher Überwinterer wurde mit dem Messer bedroht und überfallen.

Aus zweiter Hand weiß ich von mehreren anderen Begebenheiten.

Inzwischen vermietet auch der Quad-Veranstalter meines Vertrauens keine Quads mehr, sondern macht nur noch geführte Touren, denn es kam vermehrt zu Überfällen an einsamen Stellen - im schlimmsten Fall nehmen die Banditen auch noch das Quad als Fluchtfahrzeug mit.

Ein Polizist, den ich befragt habe, bestätigte die Zunahme der Überfälle am helllichten Tag.

Leider sind wir nun da angekommen, wo ich mir gewünscht hätte, dass wir niemals ankommen: Im Massentourismus mit allen Nachteilen.

Drogen kann man überall in Santa Maria erstehen, Prostitution (je jünger, desto besser), Einbrüche und Überfälle sind keine Seltenheit mehr. Auch bei uns zuhause wurde in den letzten Jahren bereits dreimal eingebrochen. Die meisten Überfälle um Santa Maria ereignen sich in dem Dreieck Igrijinha - Salinen - Kite Beach oder seit neuestem auch in Ponta Preta. Die Überfälle auf Quadfahrer am Monte Leao, in Fontona und Ribeira Taraff.

Was ist also mein Rat? 

- Ich empfehle euch, keine Rucksäcke oder Taschen mit zu nehmen. Persönliche Gegenstände, die ihr unbedingt braucht, und ein wenig Geld verstaut am Körper in euren Hosentaschen. Wo nichts ist, kann auch nichts gestohlen werden und hält Banditen womöglich von einem Überfall ab.

- Geld, Ausweise, Kreditkarten, teuren Schmuck solltet ihr im Hotel lassen.

- Geht möglichst nicht alleine spazieren, sondern in kleineren oder größeren Gruppen. Sucht euch in euren Hotels andere Leute, die auch spazieren gehen wollen und verabredet euch.

Wenn ihr möchtet, organisieren wir einen "Begleitservice" fürs Spazieren gehen, meldet euch gerne.

Auch bei unseren Info-Treffen immer mittwochs und samstags, 18.30 Uhr im Angulo Beach Club, lernen sich Gäste kennen oder auf Tour. Wir unterstützen euch aktiv dabei, Kontakte zu knüpfen, die über unsere Touren hinaus gehen.

Bitte verzichtet nicht darauf, diese Insel für euch zu entdecken und auch mal "auf eigene Faust" loszuziehen. Aber eben mit möglichst geringem Risiko!

Falls ihr - trotz aller Sicherheitsvorkehrungen - dennoch zum Opfer eines Überfalls geworden sein solltet, wendet euch an die Polizei Tel 132. Die nationale Polizei in Santa Maria ist 24 h da. Einige Beamte sprechen englisch. Eure Hotelrezeptionen und Reiseleitungen werden euch auch behilflich sein.

Ich wünsche euch eine gute und entspannte Zeit auf Sal ohne Zwischenfälle und einen schönen Urlaub an den ihr hoffentlich gern zurück denken werdet.

Trotzdem!

Eure Anne Seiler

 

Wie komme ich zu dem benötigten Visum für Sal? (07.09.2016)
Ein Visum für die kapverdischen Inseln kann vor Urlaubsantritt im Voraus bei der kapverdischen Botschaft in Berlin beantragt werden oder aber ganz bequem bei der Einreise am Schalter für 25 € gekauft werden. Bei Pauschalreisen wenden Sie sich bitte an ihren Reiseveranstalter, zumeist ist das Visum bereits inklusive.  

 

Welches Geld sollte ich mitbringen - Euro oder Dollar?
Kann ich schon vorab Escudos tauschen? (07.09.2016)
Auf den Touristeninseln Sal und Boavista kann überall mit dem Euro bezahlt werden. Dollar werden nicht gerne gesehen. Unser kapverdischer Escudo existiert nur in Kapverde, kann also nicht bereits im Vorfeld getauscht werden. Die Ausfuhr des Escudo ist sogar verboten. An den Geldautomaten bekommt Ihr immer Escudos. Wer wechseln möchte: in den Hotels ist der Umtausch bequemer als in den Wechselstuben und Banken und meistens auch ganz korrekt. Der Kurs liegt bei abgerundet 1:110.

 

Wir waren in Santa Maria in einem Souvenirladen. Sollten wir dort handeln? (09.09.2016)

Die Souvenirläden gehören entweder Kapverdianern oder Senegalesen. Deshalb kommt es darauf an, ob der Souvenirladen in senegalesischer oder kapverdianischer Hand ist. In den (leider sehr wenigen) kapverdianischen Souvenirläden sind die Mitbringsel in der Regel ausgezeichnet, die Senegalesen zeichnen ihre Preise nicht aus und lassen somit Spielraum zum Handeln, hier hat man einen Handlungsspielraum von zum Teil über 50 % vom ersten Preis.

 

Brauche ich für einen Urlaub auf Sal bestimmte Impfungen? (09.09.2016)
Nein. Sie sollten darauf achten, dass die normalen Impfungen wie Tetanus aufgefrischt sind und über eine Hepatitis-Impfung nachdenken.

 

Wieviel kosten denn die Taxis im Durchschnitt? Muss man bei den Taxifahrern handeln? (09.09.2016)

Die Taxifahrer haben eine Preisliste, die von der Vereinigung der Taxifahrer und der Regierung festgelegt wird. So kostet zum Beispiel ein Taxi tagsüber innerhalb Santa Maria (Zentrum) 150 CVE und nachts 200 CVE. Zu den Melia Hotels tagsüber 300 CVE und nachts 400 CVE. Wenn der Taxifahrer die korrekten Preise nennt, bitte nicht handeln. Aufrunden dürfen Sie gerne, ein Trinkgeld wird - wie überall - auch gerne genommen.